Ambulant vor Stationär (AVOS)

Die medizinische und technische Entwicklung macht es möglich, dass immer mehr Eingriffe ambulant durchgeführt werden können. Im internationalen Vergleich besteht in der Schweiz noch ein grosses Verlagerungspotential. Die Verlagerung in den ambulanten Bereich hilft, bei gleichbleibender Behandlungsqualität, stationäre Aufenthalte zu reduzieren und kommt dem Patientenbedürfnis entgegen, nicht unnötig hospitalisiert zu werden. Dies trägt zu einer Reduktion der Gesamtausgaben im Gesundheitssystem bei.

Im Kanton Basel-Stadt trat per 1. Juli 2018 mit Anpassung der Verordnung über die Krankenversicherung (KVO) eine Liste mit insgesamt 13 Eingriffen (s. Anhang) in Kraft, die fortan ambulant und nicht mehr stationär durchzuführen sind. Stationäre Eingriffe für die Listeneingriffe sind nur noch möglich, wenn mindestens ein Ausnahmekriterium (s. Anhang) vorliegt. Zudem können auch weitere besondere Umstände geltend gemacht werden, welche einen stationären Eingriff rechtfertigen. Schweizweit haben bereits einige Kantone solche Listen eingeführt.

Per 1. Januar 2019 tritt die Liste des Bundes mit sechs Eingriffen in Kraft und garantiert eine einheitliche Regelung für diese Eingriffe schweizweit. Die Liste des Bundes und dessen Ausnahmekriterien gehen den kantonalen Regelungen vor. Für die vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) in der Krankenpflege-Leistungsverordnung (KLV) definierten sechs Eingriffe wurden per 1. Januar 2019 die in der KLV definierten Kriterien zugunsten einer stationären Durchführung im kantonalen Kriterienraster übernommen und die bisher definierten Ausnahmekriterien entsprechend angepasst .

Es wird auf nationaler Ebene angestrebt, dass sich die kantonalen Listen, inklusive Ausnahmekriterien, mittelfristig angleichen, um den administrativen Aufwand für die Leistungserbringer möglichst gering zu halten.