Ambulant vor Stationär (AVOS)

Die medizinische und technische Entwicklung macht es möglich, immer mehr Eingriffe ambulant durchzuführen. Im internationalen Vergleich besteht in der Schweiz noch ein grosses Verlagerungspotential vom stationären in den ambulanten Bereich - bei gleichbleibender Behandlungsqualität. Eine Verlagerung kommt dem Patientenbedürfnis entgegen, nicht unnötig hospitalisiert zu werden, und trägt zu einer Reduktion der Gesamtausgaben im Gesundheitssystem bei.

Im Kanton Basel-Stadt trat per 1. Juli 2018 mit Anpassung der Verordnung über die Krankenversicherung (KVO) eine Liste mit insgesamt 13 Eingriffen in Kraft, die fortan ambulant und nicht mehr stationär durchzuführen sind. Die Kosten bei stationärer Durchführung der Listeneingriffe werden nur getragen, wenn mindestens ein definiertes Ausnahmekriterium (s. Eingriffsspezifische Kriterienlisten) zutrifft oder andere besondere Umstände vorliegen, welche einen stationären Eingriff rechtfertigen.

Am 1. Januar 2019 trat die Liste des Bundes mit sechs Eingriffen in Kraft und garantiert seither eine einheitliche Regelung für diese Eingriffe schweizweit. Die Liste des Bundes und dessen Ausnahmekriterien gehen den kantonalen Regelungen vor. Für die vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) in der Krankenpflege-Leistungsverordnung (KLV) definierten sechs Eingriffe wurden per 1. Januar 2019 die kantonalen Kriterien zugunsten einer stationären Durchführung an die in der KLV definierten Ausnahmekriterien angepasst.  

Im Jahr 2021 wurde die Anzahl der Eingriffe auf sechzehn (16-AVOS-Liste) erweitert und im Rahmen der Gemeinsamen Gesundheitsregion beider Basel (GGR) gemeinsam mit dem Kanton Basel-Landschaft umgesetzt.

Zum 1. April 2022 tritt in der Gemeinsamen Gesundheitsregion beider Basel eine Liste mit 19 Eingriffen (19-AVOS-Liste) in Kraft, die bereits in mehreren Kantonen zur Anwendung kommt. Auf nationaler Ebene wird angestrebt, dass sich die kantonalen Listen, inklusive der Ausnahmekriterien, mittelfristig angleichen, um den administrativen Aufwand für die Leistungserbringer möglichst gering zu halten.   

Seit Anfang 2020 besteht im Kanton Basel-Stadt die Möglichkeit, ein vorgelagertes Gesuch um Kostengutsprache für elektive Eingriffe der AVOS-Liste zu stellen. Dazu ist mindestens 5 Arbeitstage vor dem Eingriff die entsprechende, vollständig ausgefüllte Kriterienliste (s. Eingriffsspezifische Kriterienlisten) an die E-Mail-Adresse versorgungsmonitoring.bs@hin.ch einzureichen (die Beilage eines entsprechenden Befundberichts kann das Verfahren vereinfachen resp. beschleunigen).

Die eingriffsspezifischen Kriterienlisten sind auch als Gesuche für eine vorgelagerte Kostengutsprache einsetzbar.

 

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